Von Silvia Bielert

Gesellschaft für Goldschmiedekunst entschuldigt sich für Verstrickungen in NS-Zeit

Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst (GfG) mit Sitz in Hanau plant eine neue Auszeichnung für Gold- und Silberschmiedekunst. Laut GfG wird der „Goldene Ehrenring“ nicht mehr vergeben, der von 1933 bis 2014 als Anerkennung eines Lebenswerkes an international anerkannte Schmuck- und Gerätegestalter:innen verliehen wurde.

Grund sind die Ergebnisse einer Studie, die die „enge Verflechtung führender Vertreter der 1932 gegründeten GfG mit dem nationalsozialistischen Regime herausgearbeitet und dokumentiert“ hat. Die Ergebnisse wurden im Buch „Das Goldene Netzwerk“ von Michael Bermejo und Andrea H. Schneider- Braunberger publiziert (Societäts-Verlag, Frankfurt am Main, 2019, in deutscher und englischer Sprache).

Zuvor hatte der Schweizer Bernhard Schobinger 2016 eine Diskussion um die Geschichte der GfG angestoßen, indem er der damaligen „Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst“ die Annahme des Ehrenringes verweigerte.

Die GfG bedauert, dass diese Aufarbeitung erst jetzt erfolgte. Bestrebungen habe es seit den 1980er- Jahren gegeben, sie seien von den damaligen Verantwortlichen aber nicht weiterverfolgt worden. Um „auch nach außen ein sichtbares Zeichen zu setzen“ – auch für das Engagement der Gesellschaft für Goldschmiedekunst für eine offene, kritische und tolerante Gesellschaft – wird der international renommierte Preis nicht mehr vergeben. Stattdessen soll die neue Auszeichnung „Der Ring“ alle drei Jahre in Hanau verliehen werden. Der Künstler oder die Künstlerin „sollte über ein umfassendes schmuck- bzw. gerätekünstlerisches Werk verfügen“. bil